Karriere bei ISOTEC
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Burnout - die Angst vor den eigenen Schwächen

Burnout, Stress, Ängste, Depressionen – all diese großen Worte sind ständig im Umlauf, doch was ist eigentlich damit gemeint?

Tunnelblick durch Autopilot

Viele von euch kennen bestimmt dieses Gefühl wie es unter anderem bei mir aussieht -  es ist ganz früh am Morgen, der Wecker erwacht aus seiner Nachtruhe und dass er mich nicht mit einem gefühlten Tritt in den Allerwertesten aus dem Bett schmeißt ist vielleicht die einzige positive Emotion, die in dem Moment in mir ausgelöst wird. Wenn ich es dann irgendwann geschafft habe, mich endlich aus dem Bett zu quälen, die Augen immer noch auf halb acht Stellung, dabei schleichend zur Kaffeemaschine gleite, ertönt auch schon das erste Grummeln aus einem der drei  Kinderzimmer. Nun bin ich wach, panisch vor Aufregung, denn vor meinem geistigen Auge sehe ich eine endlos erscheinende „To do Liste“, auf der einige Positionen dermaßen rot hervorstechen, dass ich mich am liebsten auf der Stelle gleich wieder hinlegen möchte und natürlich mit Decke über dem Kopf mich in eine andere Welt wünsche. Aber was soll´s, leider passt diese Flucht nicht in den engen Zeitplan und so bleibt mir nichts anderes übrig als auf Autopilot zu stellen. Cornflakes werden verteilt, Schulbrote geschmiert und Tilda, meine Katze, wird böse angefunkelt, da sie mir mal wieder einen Seitenhieb verpasst hat. Im Eilzug mit Mascara in der Hand kicke ich die Legosteine aus dem Weg, denn auf Ballet am Morgen habe ich keinen Nerv. Wenn ich es dann endlich geschafft habe, meinen kleinen Herrscher davon zu überzeugen, dass es vielleicht sinnvoller wäre bei gefühlten -100 Grad Außentemperatur die gefütterten Schuhe anstatt Sandalen anzuziehen, gewinnt für einen kurzen Moment meine innere Heldin. Aber es geht weiter, denn ich weiß im Büro liegt ein ganzer Stapel voller Aufgaben, die immer noch nicht erledigt sind und so setzt sich der Stress weiter fort. Wenn wir mal ehrlich zu uns selber sind, so oder so ähnlich sieht bei vielen der morgendliche Tagesstart aus.

Ziele neu definieren

Warum ist das so? Typische Ursachen von Burn Out

Leider neigen wir oftmals dazu uns viel zu viele Aufgaben aufs Auge drücken zu lassen, obwohl wir gar nicht die notwendige Zeit dafür haben. 

Viele von uns glauben, dass wir flexibel, leistungsorientiert und zu jeder Zeit erreichbar sein müssen und bei einigen Unternehmen ist das auch nach wie vor die Unternehmenskultur. Dort kommt die Ablehnung einer weiteren Aufgabe, einem Eingeständnis von Schwäche gleich und schwach sein oder als nicht belastbar gelten, will ja keiner. So setzt sich der Teufelskreis fort. Möchte man seine Karriere vorantreiben, ist man daher sehr engagiert und geht mit ganzer Energie ans Werk.  Wenn unsere Leistung überzeugt, gewinnen wir weitere Aufgaben dazu, die wir natürlich auch mit Perfektionismus angehen wollen. Manchmal sind vielleicht auch Aufgaben dabei, bei denen wir uns eigentlich gar nicht in der Lage sehen, diese erfüllen zu können – sei es durch eine gewisse Diskrepanz zwischen den Anforderungen an die Arbeit und den verlangten Kompetenzen, oder einer ungenügenden Einbeziehung in die verschiedenen Prozesse. In anderen Fällen kann Mobbing ein Thema sein oder Stress, ausgelöst durch eine Umstrukturierung des Arbeitsplatzes. Egal wie, wir versuchen immer 1000% zu geben. All diese Themen gepaart mit Themen aus dem privatem Bereich führen irgendwann dazu, dass der Körper nicht mehr kann und Alarmsignale ausstößt. 

Was passiert mit uns, wenn wir einem zu hohem Stresspegel ausgeliefert sind?

Stress kann viele Formen von Symptomen hervorrufen und jeder Mensch reagiert anders. Alarmsignale können beispielsweise Schlafstörungen, Depressionen, Bluthochdruck, Magenprobleme, Rückenschmerzen und Ängste sein.

Laut DAK Gesundheitsreport 2017 stehen psychische Erkrankungen mit 17,1% an zweiter Stelle der Erkrankungsgründe. Nur noch die 

Muskel-Skelett-Erkrankungen stehen mit 22,2% vor den psychischen Erkrankungen.

Meine persönliche Ruheinsel

Was kann ich präventiv dagegen tun um erst gar nicht in die Falle zu tappen?

Natürlich gibt es kein sogenanntes „Patentrezept“, aber es gibt einige Dinge, die wir trotz allem immer wieder machen sollten um uns selber im Alltag zu entschleunigen. Anfangen sollten wir mit unserer persönlichen Zielsetzung, die wir regelmäßig überprüfen und überdenken sollten. 

Haben wir unsere Ziele zu hochgesteckt? Sind unsere persönlichen Ansprüche überhaupt realistisch? Es ist wichtig, NEIN sagen zu können! 

Wer keine Grenzen zieht, zahlt möglicherweise einen hohen Preis. Ein anderes Thema sind negative Tendenzen, die wir lernen müssen wahrzunehmen um dann gegensteuern zu können. Wichtig ist, dass wir Situationen, die uns nicht guttun, sofern möglich, vermeiden sollten. Wir müssen hingehen und uns auf positive Aspekte fokussieren, uns daran orientieren und befriedigendere Situationen daraus generieren. Dadurch ermöglichen wir uns neue Motivation schöpfen zu können. 

Fange vielleicht damit an und plane jeden Tag etwas ein, das dir Freude bereitet. Das kann ein nettes Telefonat sein, das Hören deiner Lieblingsmusik, die Zubereitung von leckerem Essen oder  Unternehmungen mit der Familie bzw. Freunden.

Ich z. B. habe angefangen zu malen und wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme, fliegt die Handtasche in die Ecke und es wird erstmal mit den Kids gekuschelt. Dadurch lade ich meine Batterien wieder auf und der Stress am Morgen ist ganz schnell vergessen. Der allerwichtigste Punkt ist unser Leben jenseits der Arbeit.

Eine intensive Beschäftigung mit vertrauten Personen aus dem familiären Umfeld, unseren Freunden und Bekannten fördert den Blick nach außen und zugleich eine objektivere Sichtweise auf uns selbst. Wir müssen uns Zeitinseln schaffen, Hobbys in denen wir voll und ganz aufgehen und die uns ermöglichen Kraft, Energie und Motivation zu tanken.

 

 

Über die Autorin:

Jennifer Kokoschka - Mitarbeiterin im HR

Jennifer Kokoschka

Personalfachkauffrau

 

 

Nach meiner Ausbildung zur Industriekauffrau und langjähriger Tätigkeit im Research und Recruiting für eine Personal- und Unternehmensberatung habe ich eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Personalfachkauffrau abgeschlossen.Nun bin ich seit Anfang September 2017 ein neues Mitglied der ISOTEC-Familie. In meiner täglichen Arbeit unterstütze ich das Team der HR-Abteilung in Recruitingprozessen und Personalmarketing. 

Die tägliche Arbeit mit Menschen, das Erkennen von Potentialen und dort anzusetzen um Menschen zu fördern und Sie zu wertvollen und unverzichtbaren Mitarbeitern zu formen ist das schönste Feedback was man als Geschenk bekommen kann. Genau deshalb schätze und liebe ich die Arbeit im HR-Bereich.

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