Karriere bei ISOTEC
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Wenn geballte Frauenpower zum Leben erwacht

Hatte ich schon letzte Woche erwähnt, dass ich total stolz auf meine ersten Stemmversuche war?

Aber genug mit dem Eigenlob, kommen wir zurück zum eigentlichen Thema ;-)

Natürlich war es eine ganz schöne Herausforderung am nächsten Morgen um 4.00 Uhr nicht zu kapitulieren. Den Wecker neben meinem Ohr hätte ich zwar gerne erschlagen, aber das hätte leider nichts gebracht. Die Pflicht rief und ich hatte ja groß rumgetönt, dass ich das alles locker meistern würde. Also aufgeben war keine Option. So bewappnete ich mich mit Kaffee, schmierte mir Pausenbrote und machte mich bereit zur Abfahrt. Nachdem ich pünktlich auf die Minute in Mönchengladbach eintrudelte ging es auch schon direkt los. Mit frisch beladenem Transporter ging es wieder zu dem Keller der netten Dame. 

Ich muss sagen, das Gefühl bzw. den Eindruck, den man bekommt, wenn man eine wirklich tadellos aufgeräumte Baustelle betritt ist schon einzigartig. Ich glaube tatsächlich, dass es viel ausmacht, wenn man nicht direkt mit Chaos umgeben in den Tag startet. Das lässt die Motivation einfach steigen um dort weiterzumachen, wo man aufgehört hat. Abgesehen davon ist das aufgeräumte Bild auch etwas, was den Kunden anspricht. Man kennt es von sich selber, wird in den eigenen 4 Wänden hantiert, fremde Menschen laufen durchs Haus und der Boden ist voll, es ist staubig und irgendwie gefühlt von Schmutz umgeben, kribbelt es einen in den Händen. Aber so ist man deutlich entspannter.

Ärmel hochkrempeln und los

Sascha erklärte mir, dass die Hauptarbeit an diesem Tag darin bestand, die Wände abzuschleifen. Die komplette oberste Schicht musste abgefräst werden, sodass am Ende nur noch die rohe Wand zu sehen war. Damit die geplante Innenabdichtung später aufgetragen werden kann, musste auch ein Teil des Bodens aufgestemmt werden. Entlang der Wände mit einem gewissen Abstand zum Mauerwerk machte er also einen Schnitt in den Boden, was für mich zur Orientierung diente, bis wohin ich zu stemmen hatte.

Warum man unbedingt Atemschutzmasken bei einer solchen Tätigkeit anziehen sollte wurde mir in diesem Moment klar. Wir waren komplett eingestaubt und man hatte das Gefühl von einer Nebelwand umgeben zu sein.

Ja, ich gebe zu, ich war nicht wirklich darauf vorbereitet, wieviel Kraft und Energie von mir in diesem Moment gefordert wurde. Aber alles in allem muss ich schon sagen, es hat mich fasziniert, wie man mit jedem Handgriff mehr, die Veränderung des Raumes sehen konnte. Ich habe noch nie zuvor in meinem Leben einen Boden aufgehauen und rohe Wände kenne ich nur aus Filmen oder anhand von Modellen. Es hat richtig Spaß gemacht und so langsam begreife ich auch, warum mein Kollege mit einer echten Begeisterung an sein Werk geht.  Er ist ein wahrer Künstler, denn er erschafft etwas Neues. Er repariert nicht einfach nur eine kleine marode Stelle, nein, er macht etwas komplett Neues. Er erschafft damit einen Raum mit neuen und vor allem nachhaltig dichten Wänden. Wenn man die einzelnen Schritte sich anschließend auf der Fotodokumentation anschaut, dann sieht man die Veränderung ganz deutlich. Die Kunst ist aber die, dass der sanierte Raum anschließend wieder so aussieht, als ob nichts geschehen ist. Nur eben mit sauberen trockenen Wänden.

Als die Arbeit hier für diesen Tag erledigt war, packten wir wieder unsere 7 Sachen zusammen und hinterließen den Keller so, als ob wir gar nicht dort gewesen wären. Nämlich aufgeräumt und ohne Dreck. Leider kann ich nicht sagen, wie die Arbeiten hier zu Ende gegangen sind. Für den 3. Tag stand eine Außenabdichtung an, doch darüber werde ich ein anderes Mal berichten. 

Abschließend schweife ich noch etwas aus, ein Thema, das mir immer wieder durch den Kopf gegangen ist…

Frauen auf der Baustelle

Sind wir mal ehrlich, Frauen im Bauhauptgewerbe sind immer noch eher Exotinnen. Gerade was Berufsbilder angeht, bei denen es viel um körperliche Robustheit und Ausdauer geht. Deshalb waren diese drei Tage für mich auch eine Art kleines Selbstexperiment. Ich bin davon überzeugt, dass es weitaus mehr Frauen geben könnte, die genau wie Männer einen hervorragenden Job in diesem Bereich ausüben würden, wenn nicht ständig der Fokus auf das Thema Anstrengung und körperliche Belastung gelegt werden würde. Natürlich spielen diese Dinge eine Rolle, aber doch nicht ausschließlich. Sind grobe Arbeiten wie z. B. die Untergrundvorbereitung erstmal erledigt, geht es viel um Feinheiten. Ich denke auch, dass Frauen sehr erfolgreich sein könnten, was Kreativität und Planung der Baustellen angeht.  

Ich habe Sascha interviewt, ob es stimmt, das Klischee mit dem „rauen Ton“ auf der Baustelle. Er musste grinsen und meinte, ja, das muss man schon abkönnen. Anscheinend hatte meine Anwesenheit eher das Gegenteil ausgelöst, denn ich wurde sehr charmant empfangen und Machosprüche brauchte ich nicht zu kontern.

Also Männer mal ganz ehrlich, glaubt ihr wirklich, wir Frauen sind so dünnhäutig? Ich denke eher wenn es mehr Frauen in einzelnen Baustellenteams gäbe, dass ohne unser Zutun sich der Ton von selber ändern würde ;-) Aber das ist eine andere Baustelle.

 

Über die Autorin:

Jennifer Kokoschka - Personalfachkauffrau

Jennifer Kokoschka

Personalfachkauffrau

Nach meiner Ausbildung zur Industriekauffrau und langjähriger Tätigkeit im Research und Recruiting für eine Personal- und Unternehmensberatung habe ich eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Personalfachkauffrau abgeschlossen. Nun bin ich seit Anfang September 2017 ein neues Mitglied der ISOTEC-Familie. In meiner täglichen Arbeit unterstütze ich das Team der HR-Abteilung in Recruitingprozessen und Personalmarketing. Die tägliche Arbeit mit Menschen, das Erkennen von Potentialen und dort anzusetzen um Menschen zu fördern und Sie zu wertvollen und unverzichtbaren Mitarbeitern zu formen ist das schönste Feedback was man als Geschenk bekommen kann. Genau deshalb schätze und liebe ich die Arbeit im HR-Bereich.

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